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The Veronicas: Hook Me Up
Aufmüpfige Pop-Mädchen haben derzeit Hochkonjunktur. Nicht nur, dass eine gewisse Lady GaGa allerlei Unruhe verbreitet, nun legt das Zwillingsduo The Veronicas eine CD vor, die irgendwie ganz gut in diesen Trend passt. Und damit auch jeder merkt, wie frech das Ganze daherkommt, ist "Hook Me Up" zusätzlich mit einem werbeträchtigen "Parental Advice"-Sticker versehen. Rettet die Jugend! Doch das funktioniert schon seit Jahrhunderten nicht.
Und dann die Erläuterung im der CD beiliegenden Pressetext: "Die heute 24-jährigen Mädchen passen aber auch wirklich haargenau zu ihren Fans, denn sie sind ebenso lebenshungrig, energiegeladen und stylebewusst wie die Generation, die das Leben gerade entdeckt und in vollen Zügen genießen will." Als Songwriter fungieren unter anderem Billy Steinberg (Madonna) und Shelly Peiken (Christina Aguilera). Also mächtig viel Wirbel im Vorfeld, dem die eingespielten Songs nicht immer standhalten.
Stilistisch erinnert das erste Alben-Drittel mitunter an Sounds der achtziger Jahre (Soft Cell). "Untouched" will ganz vorn in in der Elektropop-Liga mitspielen. Das gelingt der Nummer recht gut mit kräftigem Tempo, bratzigen E-Gitarren und reichhaltig eingestreuten Synthie-Gewittern. Eine schnelle Beat-Gangart legen auch "Hook Me Up" und "Is This How It Feels" vor. Besonders letztgenannter Titel gefällt als straighte Uptempo-Dancefloor-Verführung.
In der Gangart etwas weniger atemlos nimmt "This Love" einige Takte an vorwärtspeitschenden Beats heraus. "Take Me On The Floor" verbleibt als recht austauschbarer, handelsüblicher Klischee-Dance-Track mit schlichten "Dadadada"-Gesangseinlagen. Mit "I Don't Wanna Wait" gelingt eine dramaturgisch gut aufgebaute und mit einschmeichelnder Melodieführung versehene Synthie-Ballade. Ziemlich offensichtlich an Avril Lavigne-Sounds angelehnt, macht "Popular" dennoch eine ordentliche Figur.
Aus dem Ramschladen der Pop-Historie stammt der Cher-"Believe"-Vocoder-Effekt, hier im Einsatz auf "All I Have", das zusätzlich mit quengelndem Gesangs-Gezicke etwas nervt. Den ruhigeren Songs, wie "Someone Wake Me Up" oder "In Another Life", ist nicht unbedingt über den Weg zu trauen. Denn echtes Herzblut-Feeling will in diesen allzu kalkuliert ausgeführten Balladen-Momenten nicht aufkommen. Versöhnlich stimmt dann der Alben-Abschluss "Goodbye To You", bei dem das Duo noch einmal aufs Vollgas-Tanzpedal tritt.
The Veronicas: In Sachen stylisher Effekte ordentlich inszeniert und mit überzeugenden Stimmen garniert, fehlt es vielen Songs allerdings an innovativen Wendungen und tatsächlich aufregenden Momenten. Unter den insgesamt 13 Songs finden sich einige Füller zu viel, die die ebenfalls vorhandenen, einen positiven Eindruck hinterlassenden Tracks nicht zur Gänze kompensieren. "Hook Me Up" in der Gesamtansicht: Nicht unfreundliches Pop-Futter, das aber in erster Linie eine sehr junge Zielgruppe ansprechen soll.
TRACKLIST
Untouched
Hook Me Up
This Is How It Feels
This Love
I Can’t Stay Away
Take Me On The Floor
I Don’t Wanna Wait
Popular
Revenge Is Sweeter (Than You Ever Were)
Someone Wake Me Up
All I Have
In Another Life
Goodbye To You
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