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08.10.2009
The Veronicas mögen britische Männer
Jessica Origliasso hat zugegeben, dass sie nichts gegen einen britischen Liebhaber hätte – um in Großbritannien leben zu können. Die Australierin, die momentan mit ihrer ...
08.10.2009
Lisa und Jessica von The Veronicas wollen demnächst anfangen, an ihrem dritten Album zu arbeiten. Das haben die Zwillinge jetzt der britischen BBC in einem Interview erzählt. ...
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The Veronicas Pressefoto 2009The Veronicas: Zweieinig

Veronica heißt keine von denen. Sondern Jessica Louise und Lisa Marie Origliasso. Das mit weitem Abstand sperrigste an diesem australischen Zwillingsmädchenduo wäre dann auch schon genannt, es ist der Nachname der beiden 24-Jährigen aus Brisbane, die nun in Los Angeles leben. Weit einprägsamer sind die Songs des Duos. Zwei Jahre nach dem Debüt „The Secret Life of the Veronicas“ entzücken Jess und Lisa auf „Hook me up“ mit fetzigem, kommerziell äußerst tauglichem, Pop

Lisa, Jessica, ihr lebt seit drei Jahren in Los Angeles. Ist der Unterschied zu Brisbane groß?

Lisa: Ja und nein. Das Wetter ist in beiden Städten ziemlich ähnlich, nämlich warm, und man kann in Brisbane wie auch in LA prima shoppen gehen. Aber die Leute sind ziemlich unterschiedlich. Australier in langsamer und entspannter. In Hollywood geht alles um Party und ums Ausflippen.

The Veronicas Pressefoto 2009Habt ihr Zeit zum Ausflippen?

Lisa: Viel zu wenig. Wir müssen wirklich hart arbeiten und unsere Musik unter die Leute bringen, touren und alles.

Das Album „Hook me up“ ist für uns neu. Aber nicht für euch, oder?

Jess: Stimmt. In Australien haben wir das Album schon Ende 2007 rausgebracht und inzwischen fünf Singles daraus veröffentlicht. Vir ein paar Monaten kam es dann in Amerika auf den Markt, jetzt in Europa. Uns macht das Spaß, denn wir mögen die Songs nach zwei Jahren immer noch total gern.

Was hat sich in den zwei Jahren zwischen den beiden Alben für euch verändert?

Lisa: Vor „The Secret Life“ waren wir noch verdammt unerfahren. Wir lebten in Brisbane und sind nur wenig rausgekommen aus Australien. Dann hatten wir plötzlich all diesen Erfolg, sind nach Los Angeles gezogen, hatten ein paar Boyfriends und auch ein paar Enttäuschungen. Insgesamt haben wir eine Menge neuer Erlebnisse gesammelt. Erlebnisse, die wir nun auch auf der Platte verarbeiten konnten.

Jess: Wir haben einen stärker elektropoppig orientierten Sound auf diesem Album. „The Secret Life of the Veronicas“ war zahmer und etwas konventioneller produziert.
Die Texte sind auch um einiges erwachsener und manchmal auch frecher. Die Energie schneller Songs macht uns noch stärker an als die Kraft von Balladen. The Veronicas sind Rockerinnern, wir haben sehr viel Power. Und die Fans mögen das auch.
Wir wollten Musik aufnehmen, die auch in Clubs gespielt werden kann und von DJs gemocht wird.

The Veronicas Pressefoto 2009Ist das Album euer vertontes Tagebuch?

Lisa: So ziemlich. Wir haben praktisch an jeden Song selbst Hand angelegt.

Apropos. Was hat euch denn zu der Single „Untouched“ inspiriert?

Lisa: Naja, das ist die Geschichte einer Fernbeziehung. Darüber können wir auf jeden Fall gleich mehrere Lieder singen. Außerdem geht es um unerfüllte Liebe, verbotenes Verlangen. Auch das kennen wir gut (lacht).

Verbotenes Verlangen?

Jess: Ja. Halt der Wunsch, einem Jungen in die Hose zu langen. Nur, dass es sich dabei um den absolut falschen Jungen handelt, weil er schon mit jemannd anderem zusammen ist. Oder man weiß, dass er einem nicht gut tun wird.

Passiert euch so etwas häufig?

Jess: Mir nicht. Aber Lisa ständig (lacht).
Lisa: Jetzt übertreibt sie aber maßlos.

The Veronicas Pressefoto 2009Das Stück handelt von Geilheit, sprechen wir es doch endlich aus.

Lisa: Aus irgendeinem Grund denken die Leute, gerade die Männer, bei unseren Liedern ständig an Sex. Bei „Take me on the Floor“ zum Beispiel auch, dabei dreht es sich da eigentlich um die Tanzfläche. „Untouched“ ist auch so ein Fall. Klar, es geht darum, jemandem zu wollen. Es aber nicht zu können.

Mögt ihr solche Doppeldeutigkeiten?

Jess: Wir finden es toll, dass die Leute unsere Songs ganz unterschiedlich auffassen. Die einen finden, dass unsere Texte sehr sexy und ein wenig unanständig sind. Andere halten sie für total harmlos. Und beide haben recht.

Auch je nach dem, wie alt die Hörer sind?

Lisa: Genau. Unsere jungen Fans achten nicht darauf, worum es in den Texten geht. Die wollen einfach tanzen und Spaß haben. Wer dann älter ist und ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie wir, der weiß dann halt, worüber wir singen. 
Jess: Wir finden es natürlich fantastisch, dass unsere Fans so unterschiedlich alt sind. In Australien sind im Schnitt älter als in den USA, dort fängt das so mit sechs, sieben Jahren an. Aber die meisten unserer Fans sind Teenager.

Ihr seit 24. Wie alt fühlt ihr euch?

Jess. Das ändert sich ständig. Aber nie über 30. Wir sind zum Glück alt genug, um machen zu können, was wir wollen. Wir können reif und kindisch sein, mit jedem Sex haben und überall Alkohol trinken. Was will man mehr?
Lisa: Uns fällt auf, dass ihr Europäer viel offener mit dem Thema Sex umgeht. In Amerika oder Australien sind die Journalisten oft peinlich berührt, sie reden darum herum. Ihr nicht. Das finden wir gut.

Gerngeschehen. Im Text zu  „Take me on the Floor“ küsst ihr sowohl Jungs als auch Mädchen. Im wirklichen Leben auch?

Lisa: Jessica liebt es, mit Mädchen zu spielen (lacht).
Jess: Und warum auch nicht? Wir machen, was wir wollen. Und dieses Thema halten wir für wichtig. Warum sollte ein Mädchen nicht mit einem Mädchen oder ein Junge nicht mit einem Jungen zusammen sein? Alles ist in Ordnung, wenn es dich glücklich macht. Liebe ist Liebe, Spaß ist Spaß, und wir sind sehr aufgeschlossen.
Lisa: Wir machen aber keine Mädchenmusik. Jungs können sich mit unseren Liedern auch identifizieren.

Und Jess, man las, dass du in der Öffentlichkeit mit einer australischen MTV-Moderatorin geknutscht hat.

Jess: Das stimmt, das habe ich. War schön. Wie vorhin schon gesagt: Alles, was in unseren Songs passiert, passiert auch in unserem Leben. Wir singen nicht bloß ein Lied wie „I kissed a Girl and I liked it“, um zu provozieren oder zu schocken. Wir schreiben über unsere wirklichen Gefühle.

Hat die Geschichte für Aufsehen gesorgt?

Jess: Und ob. In Australien war man noch nicht daran gewohnt, zwei Mädchen auf einer Promiparty küssen zu sehen. Es war lustig. Und auch für mich war diese Beziehung eine ganz neue Erfahrung,

Ward ihr zusammen?

Jess: Jetzt wird es mir doch einen Tick zu persönlich. Diese Frage habe ich noch nie in einem Interview beantwortet.

Warum nicht?

Jess: Vielleicht, weil ich selbst nicht so genau weiß, was ich von dieser Geschichte halten soll? Ich bin mir über meine Gefühle nicht ganz im Klaren.

Findet ihr Katy Perry doof, die ja nur so tut, als hege sie gleichgeschlechtliche Gefühle?

Jess: Der Song ist cool, wir mögen auch Katy, aber sie hat nun einmal in ihrem Leben noch kein einziges Mädchen geküsst. Und dazu dürfte sie ruhig auch stehen.

Euren Song gab es vor ihrem. Hat sie bei „Take me on the Floor“ geklaut?

Lisa: Nee, das glauben wir nicht. Obwohl, hundertprozentig sicher kann man sich da nie sein. Wir kennen Katy seit drei oder vier Jahren, wir hingen schon zusammen in LA rum, als sie noch total unbekannt war.
Jess: Die Kids sollten lernen, dass Sex eine gute Sache ist. Die sollten ein entspannteres Verhältnis zum Sex kriegen. Damit meine ich nicht, dass sie früher damit anfangen sollten, eher im Gegenteil. Aber sie sollten nicht verkrampfen und sich unter Druck gesetzt fühlen. Vor allem finden wir wichtig, dass die Jugendlichen Sex mit Menschen haben, die sie wirklich lieben. Das ist zumindest unsere Meinung.

Worum geht es in „Popular“?

Lisa: Um diese klischeehaften Hollywoodgirls und deren leeres, wenn auch oft lustiges, Leben. Wir greifen aber niemand Besimmtes an mit der Nummer.

Was ist der Unterschied zwischen Promis und den Veronicas?

Lisa: Wir haben Arbeit. Wir sind nicht nur zwei kleine Maskottchen, die Magazine und TV-Programme füllen. Viele Prominente beklagen sich bitterlich über die vielen Paparrazzi. Aber wehe, die wären alle nicht mehr da. Das Leben dieser sogenannten Stars würde über Nacht komplett bedeutungslos. Ich fürchte, von solch einem Leben kann man süchtig werden.

Ihr seid als erfolgreiche Popmusikerinnen doch ein Teil dieser Welt, oder?

Jess: Das sind wir. Aber wir sind weitaus bodenständiger. Wir können uns ausklinken aus der oberflächlichen Welt. Unsere Musik, unsere Karriere, ist uns viel wichtiger als immer auf der heißesten Party zu sein.

Ihr habt früh mit der Karriere angefangen und ward Kinderschauspielerinnen bevor ihr zur Popgruppe wurdet.

Jess: Die Schauspielerei war mehr ein Hobby. Wir sind immer sehr leidenschaftlich und ehrgeizig in Bezug auf unsere Musik gewesen. Aber wir haben nichts verpasst: Schule, Jungs, Parties – das konnten wir alles mitmachen. Aber anstatt zu kellnern haben wir lieber Songs geschrieben und Konzerte gegeben.

Fanden eure Eltern gut, dass ihr Sängerinnen werden wolltet?

Lisa: Die haben uns wirklich immer unterstützt. Als wir jünger waren, haben wir auch geschauspielert. Und auch in Zukunft würden wir das nicht ausschließen. Zur Zeit steht aber die Musik ganz eindeutig im Vordergrund.

Ihr müsst euch schon sehr gern mögen?

Jess: Natürlich. Dieser Beruf kann sehr einsam machen. Wir sind froh, dass wir uns haben.

Mochtet ihr euch immer so gern?

Lisa: Schon. Wir hatten auch immer dieselben Hobbies. In der Schule wollte man uns trennen und in verschiedene Klassen setzen. Aber dagegen haben wir uns erfolgreich gewehrt. Niemand trennt Jessica und Lisa.

Aber jetzt bist du blond, Jessica?

Jess: Ich wollte das einfach mal machen. Schwarz war mir langweilig geworden. Erst wollte ich mich rot färben lassen. Aber dann habe ich mich für blond entschieden. Was ein wirklich krasser Kontrast zu vorher ist.

Worin unterscheidet ihr euch abgesehen von der Haarfarbe?

Lisa: Jessica ist impulsiver und spontaner, das ist unser größter Unterschied. Ich hätte mir vielleicht eine blonde Strähne machen lassen. Ich denke über Konsequenzen nach, sie kümmert sich später darum.

Wie sehen eure Pläne aus?

Lisa: Hoffentlich gehen wir Ende des Jahres auf Tour. Vorher sind wir noch in Japan und haben vielleicht ein paar Wochen frei mit ein paar süßen Jungs.

Steffen Rüth